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Diese Seite erläutert die wichtigsten Grundlagen der Schulraumplanung und ordnet die öffentlich verfügbaren Unterlagen zum Projekt «Quartett» ein.
💡Kurz erklärt
✔ Der Schulraumbedarf richtet sich nach der Zahl der Schülerinnen und Schüler.
✔ Das Unterrichtsmodell beeinflusst den Raumbedarf.
✔ Die kantonalen Richtwerte dienen als Orientierung.
✔ Das Raumprogramm bildete die Grundlage für das Projekt «Quartett».
Schülerzahlen

Die wichtigsten Fakten
- Einwohnerzahl stieg nach der Erschliessung des Pfannackers deutlich an.
- Die Primarschule erreichte 2007/08 mit 121 Schülerinnen und Schülern ihren Höchststand.
- Heute besuchen rund 64 Kinder die Primarschule.
- Gemäss Prognose wird bis 2033/34 mit weniger als 50 Schülerinnen und Schülern auf Primarstufe gerechnet.
Das bedeutet
Die Prognosen zeigen, wie sich die Zahl der Primarschülerinnen und Primarschüler in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Diese Entwicklung bildet die wichtigste Grundlage für die Planung des zukünftigen Schulraums.
Welche Besonderheiten gelten in Untereggen?
Die Primarschule Untereggen führt den Unterricht teilweise in Mehrjahrgangsklassen. Dabei werden zwei Jahrgänge gemeinsam unterrichtet.
Dieses Unterrichtsmodell stellt besondere Anforderungen an die Raumorganisation. Insbesondere werden Gruppenräume benötigt, damit einzelne Lerngruppen zeitweise getrennt arbeiten können.
Das Unterrichtsmodell wird auf dieser Seite nicht bewertet. Es bildet eine wichtige Rahmenbedingung für die Planung des Schulraums.
📌 Gut zu wissen
Mehrjahrgangsklassen bedeuten nicht automatisch mehr Schulzimmer. Sie können jedoch zusätzliche Gruppenräume erforderlich machen.
Welche Richtwerte gelten?
Der Kanton St. Gallen veröffentlicht Empfehlungen für den Schulhausbau. Sie beschreiben, welche Räume für eine Primarschule üblicherweise vorgesehen werden. Diese Richtwerte dienen als Orientierung und bilden die Vergleichsgrundlage für den Schulraumbedarf in Untereggen.
Tabelle anzeigen: Kantonale Richtwerte für Primarschulen
Die folgende Tabelle fasst die kantonalen Empfehlungen für eine Primarschule zusammen. Sie dient als Vergleichsgrundlage für den tatsächlichen Raumbedarf in Untereggen.
| Raum | Richtwert |
|---|---|
| 6 Klassenzimmer | 6 × 75 m² |
| 3 Gruppenräume** | 3 × 38 m² |
| Werkraum Textil | 75 m² |
| Materialraum Werkraum Textil | 30 m² |
| Werkraum Nichttextil | 75 m² |
| Materialraum Werkraum Nichttextil | 30 m² |
| Disponibelraum*** | 75 m² |
| Arbeits- und Pausenraum Lehrpersonen | 120 m² |
| Schulleitungsbüro / Besprechungsraum | 60 m² |
| Mehrzweckraum / Aula | 150 m² |
| Bibliothek / Mediathek | 75 m² |
| WC-Anlagen | 1 WC / 25 Mädchen1 WC / 40 Knaben1 Pissoir / 25 Knaben |
| Aufenthaltsraum (Mittagstisch u.a.) | 50 m² |
| Arbeitsraum Hauswartung | 15 m² |
| Aussenanlagen | |
| Gedeckter Vorplatz | 1 m² pro Schülerin / Schüler |
| Rasenplatz / Trockenplatz**** | 200–400 m² |
Wichtige Hinweise
- Die Richtwerte gelten für ein Primarschulhaus mit sechs Klassen. Bei mehr oder weniger Klassen sind sie sinngemäss anzupassen.
- Je nach pädagogischem Modell können zusätzliche Gruppenräume erforderlich sein (z. B. altersdurchmischtes Lernen).
- Der Disponibelraum dient unter anderem für Religion, Musik, Therapien, integrative Förderung (ISF) und Gruppenunterricht.
- Die Gestaltung und Grösse der Aussenanlagen richtet sich unter anderem nach der vorgesehenen Nutzung.
🔎 Einordnung
Die Richtwerte des Kantons sind Empfehlungen. Sie helfen Gemeinden, den Schulraumbedarf systematisch zu beurteilen, ersetzen jedoch keine standortspezifische Planung.
Entspricht das Raumprogramm dem tatsächlichen Bedarf?
Ob das Raumprogramm dem tatsächlichen Bedarf entspricht, lässt sich nur beurteilen, wenn die Grundlagen des Studienauftrags und der Vergleich mit den kantonalen Richtwerten gemeinsam betrachtet werden.
Raumprogramm des Studienauftrags
Dem Studienauftrag «Erweiterung Primarschulhaus Untereggen» lag ein projektspezifisches Raumprogramm zugrunde.
Es berücksichtigt die örtlichen Gegebenheiten und die Anforderungen des Schulbetriebs und bildete die Grundlage für den Architekturwettbewerb.
Tabelle anzeigen: Raumprogramm für das Primarschulhaus Untereggen
| Raum | Anzahl | Nutzfläche (m²) | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Eingang | 1 | – | Mit Windfang |
| Klassenzimmer | 5 1 | 75 65 | Bestehende Klassenzimmer möglichst unverändert weiterverwenden. |
| Gruppenraum | 3 | 25–30 | Zugang ab Erschliessungsfläche, evtl. zum Lernatelier zuschaltbar |
| Werkraum Textil | 1 | 70 | |
| Werkraum Nichttextil | 1 | 120 | Unterteilbar in Nass- und Trockenbereich |
| Materialraum Textiles Werken | 1 | 25 | Zugang ab Werkraum |
| Lernatelier / Bewegungsraum | 1 | 65 | |
| Bibliothek | 1 | 40–50 | |
| Büro Schulleitung | 1 | 30 | |
| Büro Spezialunterricht | 2 | 25 je Raum | Statt 3 × 25 m² |
| Lehrerzimmer | 1 | 45 | |
| Vorbereitungsraum Lehrpersonen | 1 | 45 | |
| Lagerraum | 1 | 25 | |
| Küche | 1 | 15 | |
| Büro Hauswart | 1 | 25 | |
| Lager Hauswart | 1 | 15 | |
| Lift | 1 | – | Gemäss SIA 500 |
| Garderobe Schule | 1 | – | Für 90 Schülerinnen und Schüler |
Fett dargestellte Werte entsprechen den handschriftlichen Korrekturen des Schulleiters vom 29.09.2023.
Raumbedarf im Vergleich zu den kantonalen Richtwerten
Um den Raumbedarf der Primarschule Untereggen besser beurteilen zu können, wurden die kantonalen Richtwerte für ein Schulhaus mit sechs Klassen auf eine Schule mit vier Klassen umgerechnet und dem Raumprogramm des Studienauftrags gegenübergestellt.
Vergleich des Raumbedarfs
| Raum | Richtwert 6 Klassen | Richtwert 4 Klassen | Raumprogramm Wettbewerb (29.09.2023) |
|---|---|---|---|
| Klassenzimmer | 450 | 300 | 375 + 65 |
| Gruppenraum | 114 | 76 | 84 |
| Werkraum Textil | 75 | 75 | 70 |
| Werkraum Nichttextil | 75 | 30 | 120 |
| Materialraum Textil | 30 | 30 | 25 |
| Materialraum Nichttextil | 30 | – | – |
| Lernatelier / Bewegungsraum | 75 | 75 | 65 |
| Lehrerzimmer | 120 | 80 | 45 |
| Büro Schulleitung | 60 | 50 | 30 |
| Büro Spezialunterricht | 150 | 120 | 50 |
| Bibliothek | 75 | 60 | 45 |
| WC Mädchen | 13 | 10 | 20 |
| WC Knaben | 13 | 10 | 22 |
| WC Lehrpersonen | 5 | 5 | 5 |
| Garderoben | 45 | 35 | 60 |
| Büro Hauswart | 15 | 15 | 25 |
| Lehrmittel / Verbrauchsmaterial | 30 | 25 | – |
| Vorbereitungsraum Lehrpersonen | – | – | 45 |
| Küche | 20 | 15 | 15 |
| Lager Hauswart | – | – | 15 |
| Archiv | 20 | 15 | – |
| Lagerraum | – | – | 25 |
| Total Nutzfläche | 1’415 m² | 1’101 m² | 1’206 m² |
Differenz gegenüber den auf vier Klassen angepassten kantonalen Richtwerten: +105 m²
Die Richtwerte für sechs Klassen wurden sinngemäss auf eine Primarschule mit vier Klassen umgerechnet.
🔎 Einordnung
Der Vergleich zeigt, in welchen Bereichen das Raumprogramm von den kantonalen Richtwerten abweicht. Diese Unterschiede sind nicht automatisch richtig oder falsch. Sie bilden jedoch eine wichtige Grundlage für die Beurteilung des vorgesehenen Raumangebots.
Das können Sie mitnehmen
✔ Die Entwicklung der Schülerzahlen ist die wichtigste Grundlage für die Schulraumplanung.
✔ Das Unterrichtsmodell beeinflusst den Raumbedarf zusätzlich.
✔ Die kantonalen Richtwerte dienen als Orientierung, sind aber nicht verbindlich.
✔ Das Raumprogramm bildete die Grundlage des Studienauftrags «Quartett».
